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  • Isabelle Wyss

Yoga und seine Wirkungsweise

Aktualisiert: Mai 19

Was ist Yoga und warum wird Yoga oft mit bestimmten körperlichen Voraussetzungen und Haltungen verknüpft? Erfahre spannende und grundlegende Informationen zu Yoga, deinem Körper und wissenswertes zur Regelmässigkeit deiner Yogapraxis.


Die Gründe, weshalb man sich mit Yoga befasst sind vielfältig. Vielleicht beginnt man mit Yoga, weil man gehört oder gelesen hat, dass es guttut. Oder weil Rückenschmerzen einem plagen und man sich «unbeweglich» fühlt. Unruhe und Nervosität sind weitere Gründe, die für Yoga sprechen. Vermehrt kommt es vor, dass Ärzte Yoga empfehlen. Oft ist es so, dass nach einer längeren Praxis die positive Wirkung auf mehreren Ebenen wahrgenommen wird. Wenn Rückenschmerzen verschwinden, kehrt auch eine innere Entspannung ein. Mit der Zeit wächst der Wunsch, noch mehr über diesen Weg zu erfahren. Der ursprüngliche Grund, weshalb man zum Yoga gefunden hat, rückt in den Hintergrund (weil er – im Idealfall - vielleicht kein Thema mehr ist).


Wenn wir im Westen Yoga beschreiben, dann denken wir an die körperlichen Bewegungen bzw. an die schönen Bilder, die auf Social Media oder in Magazinen zu sehen sind. Yoga darauf zu reduzieren ist schade und wird dieser eindrücklichen Philosophie nicht gerecht. Dies führt dazu, dass Menschen annehmen, Yoga könne nur mit entsprechenden körperlichen Voraussetzungen praktiziert werden. Dem ist überhaupt nicht so. Um Yoga üben zu können, braucht es nur eine Voraussetzung: Den Wunsch und den Willen, es auszuprobieren. Yoga wird allen Menschen empfohlen, unabhängig der körperlichen Fitness, der Beweglichkeit, der sportlichen Aktivität und des Alters. Am besten mit Yoga zu beginnen ist es, wenn man gesund ist. Ganz im Sinne von «vorbeugen ist besser als heilen». Anlässlich einer Yogalektion werden verschiedene Methoden angewendet, die eine Wirkung auf Körper und Geist haben. Achtsamkeit, körperliche und geistige Beweglichkeit, innere und äussere Balance stellen sich mit dem Üben von Yoga rasch ein.


Wenn wir uns auf Yoga einlassen, dann kann dies erstaunen, Begeisterung aber auch Verwirrung auslösen. Da stossen wir auf Wörter wie Asanas, Pranayamas, Savasana, Chakra usw. Oft tauchen diese Ausdrücke dann auf, wenn die unzähligen positiven Aspekte des Yoga hervorgehoben werden.




Was genau ist Yoga?


Yoga ist eine philosophische Lehre aus Indien, die vor ca. 5000 Jahren seinen Ursprung fand. Der Begriff «Yoga» stammt aus dem Sanskrit und steht für «anjochen», «zusammenbinden», «anschirren». Yoga will, dass wir die «Zügel für unser Leben selbst in die Hand nehmen», denn die Verantwortung dafür tragen wir ohnehin. Dementsprechend ist Yoga ein Weg, den man sein ganzes Leben geht, und der einem immer wieder neue Türe öffnet und zahlreiche Aha-Erlebnisse beschert. Yoga bietet eine Reihe geistiger & körperlicher Übungen bzw. Praktiken. Diese umfassen:

- moralische Werte (Yamas & Nyamas) – der Umgang mit sich selbst sowie der Umgang mit Natur, Mensch & Tier)

- Asanas (körperliche Praxis)

- Pranayamas (Energietechnik)

- Bhandas (Energieschleusen)

- Meditation / Achtsamkeit


All diese «Werkzeuge» dienen dazu, unsere Gedanken zur Ruhe zu bringen, und den Geist zu befreien. Dies bietet uns die Möglichkeit, uns auf das Wesentliche zu fokussieren. Die yogische Philosophie geht davon aus, dass die drei Bereiche Körper, Geist und Seele sich bedingen. Mentale Blockaden bleiben meist nicht «nur» im Kopf hängen, sondern wirken sich auf den physischen Körper aus, und verursachen dort eine (Energie-)blockade. Wer z.B. mentale Last mit sich trägt, kämpft nicht selten mit (Rücken-)schmerzen. Unser Körper ist das «Sprachrohr» unserer mentalen Verfassung, das nicht über längere Zeit mit Medikamenten zum Verstummen gebracht werden sollte.


Wie eingangs erwähnt, bedeutet der Begriff «Yoga» «anjochen», «zusammenbinden». Was darunter zu verstehen ist, erkläre ich anhand der folgenden bildlichen Metapher:


Stell dir ein Pferdegespann vor. Dieses umfasst

eine Kutsche (=Körper)

einen Wagenlenker (Kutscher) (=Geist/Verstand)

einen Fahrgast (=Seele)

einen Pferdegeschirr / Zügel (= Yoga)

fünf Pferde (= 5 Sinne)


Symbolisch steht die Kutsche für deinen Körper, der Kutscher für deinen Verstand / Geist, der Fahrgast für deine Seele, die fünf Pferde entsprechen unseren fünf Sinnen (Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Fühlen). Das Pferdegeschirr steht für Yoga. So gesehen ist Yoga das Bindeglied zwischen dem Körper, der Seele, dem Geist/Verstand und den Sinnen.


Während der gesamten Fahrt muss der Wagenlenker konzentriert und gekonnt die Zügel in den Händen halten, um die Pferde (unsere Sinne) so zu lenken, dass diese auf dem Weg bleiben um die Kutsche und den Fahrgast sicher ans (Lebens-)Ziel bringen. Dieses Bild macht sichtbar, wie wichtig Achtsamkeit für uns ist. Bestimmt hast Du auch schon einen Fehltritt aufgrund mangelnder Konzentration/ Müdigkeit gemacht und dich dabei eventuell sogar verletzt. In einem solchen Fall werden wir abrupt wieder in den Moment (auf den Boden der Tatsachen) zurückgeholt. Dies ist ein Beispiel, um aufzuzeigen, wie schnell wir uns schaden können, wenn wir nicht achtsam sind.


In der Tat ist der sorgsame Umgang mit uns selbst eine grosse Herausforderung der wir gegenüberstehen. Wissenschaftlichen Berichten zufolge denken wir täglich ca. 50'000 – 70'000 Gedanken. Einige davon entstehen aufgrund von äusseren Einflüssen. Der grösste Teil dieser Gedankengänge geschieht unbewusst – d.h. wir denken etwas, ohne dies aktiv mitzubekommen. Wenn wir also unsere Gedankengänge nicht wahrnehmen, können wir sie nicht steuern. Problematisch sind dabei negative Gedanken.


Die aktuelle Pandemie ist beispielhaft, wenn es um negative Schlagzeilen geht. In regelmässigen Abständen werden wir mit Negativmeldungen konfrontieret. Einfluss darauf nehmen können wir nur dann, wenn wir achtsam sind. Die gute Nachricht ist, dass wir genau dies mit einer regelmässigen Yogapraxis üben und trainieren. Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, was einem guttut und was nicht. Im Laufe des Lebens kommt es immer wieder vor, dass man Dinge loslassen muss, um Neues zu empfangen.



Was sind die Inhalte einer Yogapraxis?


In einer Yogalektion üben wir das Zurückziehen der Sinne, und richten dabei die Aufmerksamkeit auf den Atem. Gedanken werden so losgelassen. Mit jedem weiteren Atemzug stellt sich Ruhe ein. Mit der ruhigen Atmung signalisieren wir dem Unterbewusstsein, dass alles gut ist. Dies wiederum wirkt sich auf den ganzen Körper aus, der sich somit entspannt. Es folgt die wertefreie Körperwahrnehmung. Wie fühlen sich die einzelnen Bereiche des Körpers an? Die folgenden Atemübungen energetisieren und unterstützen das Entspannen. Mit der Ruhe im Geist und der Energie im Körper beginnen wir unsere physische Yogapraxis. Je nach Thema bzw. Schwerpunkt kann diese herausfordernd, kraftvoll, dynamisch, ruhig & sanft sein, oder auch mal unsere Beweglichkeit testen. Mit den ausgewählten Asanas (Körperstellungen) lenken wir unsere Aufmerksamkeit weiter auf unseren Körper, und schulen so auch unsere Konzentrationsfähigkeit. Diese wiederum wirkt sich positiv aus auf unsere körperliche und geistig/mentale Balance aus, was aufzeigt, dass Yoga immer einen Einfluss auf allen Ebenen hat.


Mit einer regelmässigen Yogapraxis leisten wir einen wichtigen Beitrag für unsere innere Ruhe und letztendlich für unsere innere & äussere Stabilität. Das Achtsamkeitstraining führt uns in den Moment und lässt uns wahrnehmen, was jetzt gerade in uns und um uns «abläuft». Eine aktive «Kurskorrektur» ist nur im Moment möglich.


Ist Yoga eine weitere Sportart?


Obwohl das Praktizieren von Yoga – je nach Yogastil - auch körperlich fordernd sein kann, unterscheiden sich Ablauf und Inhalt von den klassischen Sportarten. Eine typische Yogastunde besteht aus Meditation, aus Atemübungen, aus Körperübungen und einer Schlussentspannung. Diese Abfolge schult die Achtsamkeit, fördert die innere Ruhe und Gelassenheit. Zudem wird der Körper bewegt, gestärkt und gedehnt und der Stoffwechsel wird aktiviert. Eine Yogapraxis weckt Körper und Geist, entspannt und vermittelt ein gutes Gefühl. Dies wiederum wirkt unterstützend, wenn es darum geht, dies regelmässig in den Alltag einzubauen.


Wie oft übt man Yoga?


Am besten täglich. D.h. jedoch nicht, dass du täglich 75 Min. Körperübungen machen musst. Ein bewusster Spaziergang mit dem Fokus auf die Atmung ist genauso Yoga, wie eine 5-minütige Morgenmeditation.


Bedenke: Genau wie Medikamente nur dann wirken, wenn man sie regelmässig einnimmt, wirkt auch Yoga nur dann, wenn man es praktiziert.



Zum Schluss noch eine kleine Übung wie Gedankenlenkung funktioniert:

Schliesse die Augen

Nimm drei bewusste Atemzüge

Zähle anschliessend drei positive Dinge auf, die dir im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie einfallen.


Nimm anschliessend wahr, wie dir dies gefallen ist.


Vielleicht wäre es einfacher gewesen, negative Aspekte dieser Pandemie aufzuzählen, denn diese hören und lesen wir täglich. Diese Übung zeigt lediglich auf, wie wir uns von aussen prägen lassen, wenn wir nicht achtsam sind.


Ich freue mich, dass du den vollständigen Text gelesen hast. Sollten noch Fragen offen sein, freue ich mich, wenn du mir diese stellst. Solltest du noch mehr Interesse an Yoga haben, schaue dir auch die übrigen Blog-Beiträge an. Möchtest du zu einem speziellen Thema mehr erfahren, teile mir dies mit. Gerne werde ich darüber recherchieren.


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