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  • Isabelle Wyss

Neubeginn

Aktualisiert: 17. Dez. 2023

Text & Bild von Larissa Vanza

 

Wie schön, dass du dir in der Vorweihnachtszeit die Zeit nimmst, über Yoga zu lesen. Vielleicht machst du es dir gemütlich mit einer Tasse Tee und einer Kerze und geniesst die Ruhe. Auch wenn in nächster Zeit noch einiges ansteht, beendet werden möchte und viele Treffen und Veranstaltungen stattfinden – bald schon feiern wir Weihnachten, treffen unsere Familien und dann ist 2023 auch schon vorbei. Ein neues Jahr steht vor der Tür und vielleicht nutzt auch du die Ruhe zwischen den Feiertagen, um nach innen zu schauen und zu reflektieren. Was möchtest du im neuen Jahr verändern? Gibt es Gewohnheiten, Verhaltensweisen oder Gedankenmuster, die du loslassen möchtest? Möchtest du dir mehr Zeit nehmen für Bewegung, eine regelmässige Yogapraxis oder gelassener auf Mitmenschen reagieren? Wenn es dir geht wie mir, dann hast du rasch einen Vorsatz gefasst. Meiner ist „Slow Down“. Oft setzte ich mich selbst unter Druck mit Dingen, die ich auch noch „schnell“ machen „muss“ – obwohl viele davon nicht dringend wären oder es zielführender wäre, sie langsamer zu tun. Doch wie komme ich dahin, diese neue Gewohnheit zu etablieren? Wir alle haben schon die Erfahrung gemacht, dass wir uns etwas vorgenommen haben, es wirklich wollten und die Umsetzung dann doch nicht geklappt hat. Schon Patanjali, ein altindischer, sagenumwobener Weiser scheint das Problem gekannt zu haben: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und unser Gehirn spart Energie, wenn wir uns in automatisch ablaufenden Gewohnheiten verhalten. Nur so wird es uns möglich, unseren komplexen Alltag zu bewältigen und uns beispielsweise beim Essen mit jemandem zu unterhalten. Um nun eine neue Gewohnheit zu etablieren, müssen sich im Gehirn neue Nervenverbindungen bilden, stärker werden und so nach und nach mit weniger Aufwand zur Gewohnheit werden. Doch wie kommen wir dahin?

In Patanjalis Yoga Sutren, einer der Grundlagenschriften des Yoga, finden sich Hinweise in seiner Beschreibung, was die Yogapraxis, die sich nicht auf die Asanas auf der Matte beschränkt, ausmacht. Jegliche Tätigkeit kann Yoga sein, wenn sie folgende drei Qualitäten beinhaltet: Tapas (Leidenschaft), Svadhyaya (Achtsamkeit und Vernunft) und Isvarapranidhana (Hingabe). Übertragen auf neue Vorsätze heisst das also, dass es eine gewisse Selbstdisziplin braucht; den Willen, den Weg hin zum Ziel gehen zu wollen und an sich zu arbeiten. Dafür schreibe ich mir „Slow Down“ gross auf meinen Kalender und trage mein Glücksarmband, das mich an den Vorsatz erinnern soll. Svadhyaya, die Achtsamkeit und liebevolle Haltung sich selbst gegenüber, kultiviere ich in meiner Meditationspraxis. Durch Achtsamkeit merke ich, wenn ich wieder im alten Muster laufe und drei tiefe Atemzüge helfen dann, zurück in die neue Gewohnheit zu finden. Und falls ich doch wieder einmal von einem zum anderen hetze und es erst im Nachhinein bemerke, verzeihe ich mir innerlich und erinnere mich wieder daran, was ich mir vorgenommen hatte. Ich versuche mein Bestes (Ishvarapranidhana), um jeden Tag am neuen Vorsatz zu üben. Und die gute Neuigkeit aus der Hirnforschung: Je öfter die neuen Nervenverbindungen durch die neue Verhaltensweise trainiert werden, desto mehr prägen sie sich aus und desto leichter verhalten wir uns gemäss dieser Gewohnheit. Mit der Zeit wird es also leichter!

Mit den Qualitäten, die wir im Yoga üben, werden wir also freier darin, unser Leben und Verhalten bewusst zu steuern und Veränderungen anzugehen. Und vielleicht ist ja dein Neujahrsvorsatz genau der, regelmässig Yoga zu üben? Oder möchtest du jemand anderen dabei unterstützen, freier und selbstbestimmter zu leben? Dann wäre ein Gutschein für eine Yogastunde oder eine gemeinsam besuchte Stunde sicher ein tolles Weihnachtsgeschenk.


Geschrieben von Larissa Vanza

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